Jugendliche im Yoga

Yoga für Jugendliche orientiert sich an den Zielen und Wegen des Patanjali, ein indischer Weiser, der um die Zeit 200 v. Chr. – 200 n. Chr. lebte, verfasste die Yogasutren. Diese dienen bis in die heutige Zeit, in nahezu allen Yoga-Richtungen, als Leitfaden für den Übungsweg. Warum sollte es da bei Jugendlichen anders ein?

 

Patanjali unterteilte den Yogaweg in 8 Glieder:  

1. Unsere Haltung gegenüber unserer Umgebung (Yama)

2. Unsere Haltung gegenüber uns selbst (Niyama)

3. Die Praxis der Körperübungen (Asana)

4. Die Praxis der Atemübungen (Pranayama)

5. Schulung der Sinne (Pratyahara)

6. Stärkung der Konzentrationsfähigkeit (Dharana)

7. Meditation (Dhyana)

8. Versenkung hin zu Harmonie, Wohlbefinden, Glückseligkeit, Zufriedenheit (Samadhi)

 

Der bewusste Umgang mit dem Körper und die intensive Schulung der Wahrnehmung stehen im Mittelpunkt. Die Jugendlichen lernen ihre Kraft und Energie zu lenken und bewusst auszurichten. Im Unterricht wird der »ganzheitlichen« Lernansatz beachtet. Das bedeutet, dass Jugendlichen im Yoga auf physischer, kognitiver und sozial-emotionaler Ebene angesprochen werden. Die Vielfalt klassischer Asanas, in dynamischen Bewegungsabfolgen eingebunden, bieten geniale Lernwerkzeuge damit Jugendliche sich neugierig mit sich selbst und ihrem Körper auseinandersetzen. Sie lernen sich zu reflektieren und dabei ihr Denken und Fühlen wahrzunehmen.

 

Der Wechsel von aktiven und ruhigen Phasen kommt der natürlichen Bewegungsfreude der Heranwachsenden sehr entgegen. Da im Yoga die Aufmerksamkeit immer wieder auf das Erleben im jetzigen Augenblick gerichtet wird, fördert Yoga in großem Maße die Konzentrationsfähigkeit.

Neben den positiven körperlichen Aspekten, wie dem Aufbau und Erhalt einer gesunden Körperhaltung, der Schulung der Grob- und Feinmotorik und der Beweglichkeit, nimmt Yoga auch Einfluss auf den Aufbau des Selbstvertrauens, des Selbstbewusstseins und der Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen.

Diese Faktoren stärken die Resilienzfähigkeit des Heranwachsenden. Resilienz ist das Immunsystem unserer Psyche und verhilft zur Stabilität trotz widriger Umstände.

 

Themen, die den Alltag Jugendlichen betreffen, wie z.B. der liebevolle Umgang mit sich und anderen, Gewaltlosigkeit, Nähe und Distanz, Abschied nehmen und Loslassen, Gegen- und Miteinander, Ausdauer und Geduld, können in altersgerechter Art und Weise im Mittelpunkt einer Yogastunde stehen.